Der Ski-Club Freiburg, einer der Pioniervereine des Skisports im Schwarzwald, feiert 2026 das 70 jährige Bestehen seiner Clubhütte im Zastler. Die „Freiburger Hütte“, so ihr offizieller Name, wurde Mitte der 50er Jahre unter sehr schwierigen Bedingungen mit großem Mut, Idealismus und sehr viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die damalige Vereinsführung unter dem 1. Vorsitzenden Hans Werner die Vision, den Sportbetrieb und das Clubleben in eigenen Räumlichkeiten im Schwarzwald wieder neu in Schwung zu bringen. Nach einigen erfolglosen Versuchen, ein geeignetes Haus zu mieten, wurde in der Mitgliederversammlung 1950 der Bau einer Hütte beschlossen. Die Liebe und die Tradition des Ski-Clubs lag seit jeher im Zastler, war dies doch vor dem Krieg die Heimat der erfolgreichen Sportmannschaft des Vereins.
Mit großer Unterstützung der Gemeinde Zastler und nach schwierigen Verhandlungen mit den Behörden – der Bauplatz auf 1283 m Höhe am Nordhang des Feldbergs lag im Naturschutzgebiet, begannen im August 1952 die ersten Baumaßnahmen. Zunächst noch nicht an der Hütte selbst, denn zuerst musste der schmale Weg von der Rehbühlhütte zur Zastler Hütte für die Nutzung durch LKW verbreitert und befestigt werden. Um Kosten zu sparen, wurde alles in Eigenleistung erbracht. Sonntag für Sonntag trafen sich bis zu 40 Mitglieder im Zastler. Alle Erdarbeiten an der Straße und dem Bauplatz, u.a. das Freilegen, Zerkleinern und Abtransportieren von Felsen, wurden von Hand ohne Maschineneinsatz ausgeführt. Parallel bestand die Hauptaufgabe des Vorstands darin, auf alle erdenkliche Art an Finanzmittel zu kommen, denn das Clubvermögen reichte bei Weitem nicht aus, um den Traum einer eigenen Hütte zu verwirklichen. Am 11. Oktober 1952 konnte Richtfest gefeiert werden. Auch in den folgenden Jahren wurden viele Arbeiten von den Mitgliedern selbst erbracht. Bereits während dieser Jahre, aber vor allem danach war die Hütte das Zentrum des Clublebens und ein Hauptgrund für die tiefe Verbundenheit zur Hütte bei den Generationen, die seinerzeit aktiv mitwirkten oder noch als Kind den Bau miterlebten. Am 24. Juni 1956 fand die feierliche Einweihung statt – für den Ski-Club und insbesondere für die Hauptbeteiligten ein großer Tag.
Die Hütte wurde in den ersten Jahrzehnten hautsächlich von Clubmitgliedern genutzt. Man traf sich jedes Wochenende sommers wie winters auf der Hütte und verbrachte dort verlängerte Wochenenden, Familienfeiern und sogar längere Ferien. Seit etwa der Jahrtausendwende hat sich das Bild gewandelt. Die Hütte ist über die Sommermonate weiterhin gut belegt, aber inzwischen weniger durch Mitglieder als durch fremde Gruppen. Umso wichtiger ist die Arbeit der Hüttenwarte und ihren Helfern einzuschätzen, die die Hütte mit Engagement und Fachwissen pflegen und betreuen. Großputz, Holztag, Außen- und Innenarbeiten – nahezu alles wird ehrenamtlich ausgeführt. Es bleibt zu wünschen, dass dieses Kleinod mit seiner einmalige Lage auch von den jüngeren Generationen, seien es Clubmitglieder oder Gäste, geschätzt und erhalten wird.