Ein mit Spannung erwarteter Programmpunkt des Jubiläumshocks war das Interview mit Zeitzeugen über deren Erinnerungen an die Hütte in den 50er und 60er Jahren. Moderiert von Andrea Krauter und Beate Fus bekamen wir teils sehr persönliche Geschichten zu hören. Ein paar Anekdoten werden hier zum Nachlesen in Auszügen wiedergegeben.
Bertold Werner: „Ich war vier Jahre alt. Ich kann mich wahnsinnig gut erinnern, als ich laufend, bald täglich, mit meinem Vater da hochgefahren bin. Er kam immer voller Lob hoch, hat auch, ich weiß noch, Getränke für die Bauleute mitgebracht – das war damals nicht selbstverständlich. … ‚Ihr habt ja wahnsinnig geschafft.‘ Das war so ein Standardspruch von ihm. Loben konnte er und Netzwerken konnte er auch. … Die Baumaterialien wurden mit einem Schrägaufzug hochgefahren. Ich durfte auch mit drauf sitzen und bin dann auch hochgezogen worden. Das war natürlich ein Erlebnis, das vergisst man nicht mehr. Ja, das waren die Anfänge des Hüttenbaus. … Heute könnte man das nicht mehr machen, dass man angefangen hat zu bauen, weiß aber noch gar nicht, wie man es finanzieren oder bezahlen soll. Das hat er aber irgendwie auf den Weg gebracht.“
Werner Krauter: „Ich war furchtbar neugierig, die Hütte kennenzulernen. Also bin ich mit dem Fahrrad los. Ich habe mir eine alte Karte angeguckt. Ich wusste, wo Oberried und das Zastler ist und auf der Karte war auch der Feldberg drauf. Ich bin halt mal los, wissend, es könnte Probleme geben. Also mit dem Fahrrad bis zum letzten Haus im Zastler, da habe ich es abgestellt und bin dann hochgelaufen. Am Bach entlang. Irgendwann kam die Schneegrenze, 30-40 cm, die Straße war zu. Dann bin ich halt dort gelaufen, wo die Stapfen waren, die sind links hoch. Das hat noch gestimmt, aber dann sind die Stapfen nach links rüber gegangen, zum Hinterwaldkopf. Das war falsch. Also zurück, bis die Stapfen nach rechts gegangen sind. Rechts hoch und tatsächlich kam da ein Weg mit einem Schild ‚Zastler Hütte‘. Den bin ich hochgestapft und habe irgendwann die Hütte gesehen. … Dann war da der Morath mit einem Studentenskikurs drüben am Hang. Eine spannende Sache. Ich habe eine Stunde zugeguckt, wie die Studenten gefahren sind. Die sind ein Stück weit hochgetreten und mussten dann am Hügel ihre Bögen machen. Tolle Gruppe. … Nach einer Stunde bin ich rüber zur Zastler Hütte. Ich wusste, die Wirtin heißt Rosl. Also bin ich zur Rosl und habe dort eine Suppe gegessen. Dann war ich zufrieden und bin den gleichen Weg wieder runter. Das war das erste Mal, wo ich da oben war.“
Hans-Gerd Langer: „Im Sommer und im Winter war das immer ein wunderbares Erlebnis, einmal mit meiner Frau, mit meiner Tochter, mit Mitgliedern. Wir haben hier wochenlang gewohnt und gelebt. Früher, da hat man ja nicht so viel Geld gehabt und da ist man nicht ins Ausland gegangen, nach Italien oder nach Spanien, sondern man hat hier den Urlaub verbracht. Und so war es auch mit meiner Familie. Ich bin am Morgen früh runtergefahren und habe gearbeitet und am Abend bin ich wieder hoch und habe hier oben geschlafen. … Und eine andere Sache möchte ich auch noch erzählen. Wir haben viel, viel Schnee gehabt hier. Wenn wir hier hochgekommen sind, dann musste man die Hütte erst freischaufeln. Ich weiß noch genau, der Schnee lag über den Scheiben, es war wahnsinnig, was da Schnee war. Wohl am schönsten war, dass hier oben die Skikurse stattgefunden haben. … Und ja, das Beste war für mich, dass ich hier oben meine Frau kennengelernt habe.“
Ursel Ludwig: „Zu der Zeit durften wir ja, wenn man nicht verheiratet war, nicht auf die Hütte. Und vor allen Dingen mussten es fünf Leute gewesen sein für die Hütte, sonst ging da nichts. Der Böttcher, der damals schon Hüttenwart war, hat mitgekriegt, dass wir da rauf wollten. Weil der Erwin gesagt hat, wir gehen da rauf, ich lerne dir da oben ein wenig Skifahren, und wir wohnen dann drüben bei der Rosl. Der Böttcher hat dann zu Erwin gesagt: ‚Erwin, ich gehe mit auf die Hütte. Wir machen was da oben.‘ Wisst ihr, was wir da oben gemacht haben? Wir haben Inventur gemacht. Wir haben alles abgezählt. Und das Lustigste war, als wir in den Keller gegangen sind, Werkstatt und so weiter, habe ich Schrauben zählen müssen.“
Helga Krauter: „Wenn wir am Wochenende hoch wollten, Ende der 50er-Jahre, Samstag hab ich ja noch geschafft, sind wir am Samstagnachmittag mit dem Zug nach Hinterzarten gefahren, dann mit Steiert-Bus an den Rinken, und von dort sind wir hergelaufen. Im Winter war das natürlich Schneestampf oder mit den Skiern, den Sommerweg meistens. … Und dann haben wir einen Skilift gehabt. Da, wo jetzt alles zugewachsen ist, war ein freier Hang. Wir sind also bis über den Weg runter an den Waldrand Ski gefahren und mit dem Lift wieder hoch. Oben hat man immer Schwierigkeiten gehabt zum Aussteigen. Meistens hat es uns gelegt, weil wir nicht so viel Platz hatten. … Und dann haben wir natürlich schöne Silvesterfeiern gehabt hier, bei denen es immer Aufführungen gab.“
Peter Laber: „Für Skiläufer war das nicht gerade die ideale Gegend, das Hängchen hier, das nach wenigen Metern wieder aufhörte, unten kurz vorm Bachbett. Und so dachte ich mir, wenn schon, dann fahre ich das Ganze nur auf einem Ski. Und ich bin dann auch zwei, dreimal schön auf einem Ski hinuntergeschwungen, kein Problem. Beim Abschwingen aber hatte ich etwas zu viel Schwung, mich lupfte es über den Ski in den Tiefschnee und ich kugelte mir dabei den Arm aus. Das war eine äußerst schmerzhafte Sache. Aber die Kollegen damals, Dieter Hotze und Günter Reif, für die war das kein Problem. Sie sagten, wir haben eben einen Rettungskurs absolviert und wissen jetzt, wie man Gelenke, wie man die Arme wieder einrenkt. Man setzte mich also auf einen Stuhl im Aufenthaltsraum, ich musste den Arm über den Stuhl legen und dann wurde am Arm herumgezerrt. Eine äußerst schmerzhafte Sache. Nach mehreren vergeblichen Versuchen musste die Rettungsaktion abgebrochen werden. Dann war für mich die Schwierigkeit, von der Hütte wieder wegzukommen. Auf die Ski traute ich mich nicht mehr. Ich musste dann von hier bis runter zum Rinkendobel durch den Schnee marschieren. Der Arm tat immer ärger weh. Zu guter Letzt landete ich in der Ambulanz der Universitätsklinik Freiburg. Dort kam dann ein Arzt und sagte, ja das ist doch kein Problem und wollte den Arm auch einrenken. Aber mittlerweile war der so verschwollen, dass da nichts mehr ging. Er sagte, jetzt müssen wir eine Narkose machen. Der Narkosearzt war aber noch beschäftigt. Damals war dann so ein Pfleger in der Ambulanz, ein großer Kerl stark und breit, der hat gesagt: ‚Was, der Arzt kriegt den Arm nicht rein!‘ Er hat sich dann auch am Arm versucht. Ich war völlig am Boden zerstört, aber er schaffte es auch nicht. Ich weiß ich nicht, wie es dann geklappt hat, aber nach der Narkose am Schluss war der Arm wieder drin. Ja, das war eine üble Sache für mich.“

Am Ende des Interviews wurde dazu aufgerufen, auf einer bereitgestellten Pinnwand eigene Zukunftsgedanken zur Hütte aufzuschreiben.
– Was stellten sich die jüngeren Generationen vor?
– Welche Rolle kann bzw. soll unsere Clubhütte in den nächsten Jahren/Jahrzehnten spielen?
– Wie könnte ein Hüttenfest aussehen?
– u.a.m.
Die Wand blieb leider leer. Vielleicht auch deswegen, weil sich das Fest nach dem Zeitzeugen-Interview dem Ende neigte.
Nichtsdestotrotz bleibt diese Frage aktuell. Dem Vorstand wäre es wichtig, Meinungen und Impulse zur Zukunft unserer Hütte aus dem Mitgliederkreis zu erhalten.
Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn ihr uns eure Gedanken mitteilt. Entweder direkt an eines der Vorstandsmitglieder oder per Mail an die Adresse vorstand@skiclub-freiburg.de.
Vielen Dank im Voraus!